Im vergangenen Jahr haben wir im Kirchengemeinderat unter Beteiligung vieler haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitender unserer Gemeinde ein Schutzkonzept zur Prävention und Intervention gegen sexualisierte Gewalt und Grenzverletzungen für unsere (jetzt) Pfarrgemeinde Denzlingen – Glottertal – Heuweiler entwickelt und verabschiedet. Der Fokus liegt auf der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, es geht aber auch um die Arbeit mit schutzbefohlenen Erwachsenen und um Seelsorge- und Beratungstätigkeiten. Das Schutzkonzept, zu dessen Erstellung alle Kirchen- bzw. Pfarrgemeinden in der Badischen Landeskirche verpflichtet sind, basiert auf einer Kultur der Achtsamkeit und beinhaltet u.a. einen Verhaltenskodex, Risikoanalysen, Maßnahmen zur Prävention, Verfahren für den Krisenfall und Kontaktmöglichkeiten für Betroffene und Mitarbeitende.
  

Ansprechstellen für Betroffene bei Beratungs- und Unterstützungsbedarf im Zusammenhang mit sexualisierter Gewalt:
Unser Leitungsteam steht Ihnen gern zur Verfügung, insbesondere wenn Sie
·         Fragen / Beratungsbedarf zum Schutzkonzept haben
·         in unserer Pfarrgemeinde ein dem Verhaltenskodex widersprechendes Verhalten beobachten
·         als ehrenamtliche/r Mitarbeiter:in von grenzverletzendem oder sexuell übergriffigem Verhalten erfahren, es aufgrund von Beobachtungen vermuten oder jemand sich Ihnen diesbezüglich anvertraut 
·         selbst von solchem Verhalten betroffen sind
 
Bitte zögern Sie nicht, uns anzusprechen! 
 
Pfr. Thomas Herrmann
(thomas.herrmann@kbz.ekiba.de; 07666-9130126) 
 
Pfrin. Angelika Büchelin
(angelika.buechelin@kbz.ekiba.de; 07666-9447149)
 
ÄKVors. Kathrin Osteneck
(kathrin.osteneck@kbz.ekiba.de; 07666-881726)
weitere Ansprechstellen für Betroffene 
 
Ansprech- und Meldestelle der ev. Landeskirche:
ansprechstelle@ekiba.de
 
Vertrauenstelefon der ev. Landeskirche:
Tel.zeiten: Mi 12-13 Uhr, Do 17-18 Uhr
Kontakt: 0800-5891629; wiebke.mueller@ekiba.de
 
weitere Ansprechstellen:
(Hinweis. Es gibt manchmal Adressenänderungen. Wir wollen hier aktuell bleiben. Sollten sich Adressen verändert haben, und Sie keine Verbindung aufnehmen konnten, benachrichtigen Sie uns bitte, damit wir uns die Aktualisierung bemühen.)
 
Zentrale Anlaufstelle KuBuS der ev. Kirche Deutschland:
Tel.zeiten: Mo 14-15.30 Uhr, Di-Do 10-12 Uhr
Kontakt: 0800-5040112; zentrale@kubus-beratung.de
https://www.anlaufstelle.help / www.kubus-beratung.de
 
Wildwasser Freiburg e.V. - Fachberatungsstelle für 
Mädchen* und Frauen* gegen sexuellen Missbrauch:
Tel.zeiten: Mo, Di, Do, Fr 10.30-12.30 Uhr; Mi 14-16 Uhr
Kontakt: 0761-33645; info@wildwasser-freiburg.de
 
Wendepunkt e.V. Freiburg – Fachstelle gegen sexuellen Missbrauch in Kindheit und Jugend
Kontakt: 0761-7071191; www.wendepunkt-freiburg.de
 
Unabhängige Beratungsstelle N.I.N.A e.V.: 
bei sexualisierter Gewalt in Kindheit und Jugend:
Tel.Zeiten: Mo, Mi, Fr 9-14 Uhr, Di, Do 15-20 Uhr
Kontakt: 0800-2255530
Online-Beratung: https://nina-info.de/
 
Hilfetelefon      
Gewalt an Männern:      0800-1239900
Gewalt gegen Frauen:   0800-0116016
 
weitere Ansprechstellen für Mitarbeitende
 
Ansprech- und Meldestelle der ev. Landeskirche:
0721-9175629; ansprechstelle@ekiba.de
Bernd Lange (bernd.lange@ekiba.de)
Gabriele Strauß (gabriele.strauss@ekiba.de)
 
Als ehrenamtlichem/r Mitarbeiter:in kommt Ihnen eine wichtige Funktion bei der Umsetzung des Handlungsplans bei (vermutetem) Vorliegen sexualisierter Gewalt zu. Einen Leitfaden finden Sie auf der Homepage (s.o.).
Wichtig: Gehen Sie mit Vermutungen oder tatsächlichen Vorfällen sexualisierter Gewalt vertraulich und verantwortungsbewusst um. Nehmen Sie immer zunächst Kontakt zum Leitungsteam oder der Ansprech- und Meldestelle der EKiBa auf und besprechen Sie dort das weitere Vorgehen!                                      
  

Zum Download:
Flyer - Format A4 mit Vorder- und Rückseite.
Kompakt sind Adressenangaben von Ansprechpersonen enthalten, dazu eine grafisch aufbereitetes Angebot zum Verhaltenskodex.
 
 
Handlungsleitfaden
Flyer - Format A 4 zum Download
  

Verhaltenskodex
 
 
Datei zum Download.............
 
Hier der Text zum Lesen / Kopieren
 
Leitgedanken
Alle Menschen begegnen in unserer Kirche dem Evangelium Jesu Christi und lernen dadurch die Menschenfreundlichkeit Gottes kennen. Beruflich und ehrenamtlich Mitarbeitende und alle Personen, die kirchliche Angebote in den Einrichtungen wahrnehmen, werden ernst genommen, beteiligt und ihre Grenzen werden respektiert. Für diese Ziele setze ich mich mit aller Kraft ein, damit alle Bereiche der Evangelischen Landeskirche in Baden und ihrer Diakonie sichere Orte sind.
Umgebung
Ich trage dazu bei, ein sicheres, förderliches und ermutigendes Umfeld für mir anvertraute Menschen zu schaffen und zu erhalten und tue das mir Mögliche, um ihr Wohl nicht zu gefährden.
Umgang
Ich behandele mein Gegenüber wertschätzend und kommuniziere respektvoll und zugewandt, sowohl im direkten Gespräch als auch in der sonstigen Kommunikation, etwa im digitalen Raum. Ich handle ehrlich und für andere nachvollziehbar und unterlasse jede Form von Abwertung, Diskriminierung sowie von verbaler, körperlicher, psychischer oder sexualisierter Gewalt.
Nähe – Distanz
Ich bin mir meiner besonderen Verantwortung als Mitarbeiter:in bewusst. Ich weiß um das Beziehungsgefälle von Macht und Abhängigkeit und bin mir des Vertrauens, das ich in meiner Tätigkeit in Anspruch nehme, bewusst. Mit sensiblen Situationen, etwa 1:1-Situationen, gehe ich transparent um und bin besonders achtsam. Ich gehe gegenüber mir anvertrauten Menschen und Mitarbeiter:innen achtsam und verantwortungsvoll mit Nähe und Distanz um. Ich bemühe mich, die individuellen Grenzempfindungen der Menschen um mich herum wahrzunehmen und zu respektieren und achte darauf, dass auch sie
diese Grenzen im Umgang miteinander einhalten. Ich bin mir möglicher Problematiken bei privaten Kontakten im beruflichen / ehrenamtlichen Kontext bewusst. Ich missbrauche meine Rolle als Mitarbeiter:in nicht für sexualisierte Kontakte zu mir
anvertrauten Menschen.
Bilder, Informationen und Daten
Ich respektiere die Privat- und Intimsphäre von Mitarbeiter:innen und mir anvertrauten Menschen. Dies gilt auch für die Anfertigung von Fotos oder Videoaufnahmen und deren Weitergabe, Verbreitung und Veröffentlichung etwa in sozialen Netzwerken. Mit Informationen und Daten, die ich im Rahmen meiner Tätigkeit erhalte, gehe ich vertrauensvoll und datenschutzkonform um.
Stärkung und Beteiligung
Ich trage dazu bei, Bedingungen zu schaffen, in denen Kinder, Jugendliche und schutzbedürftige Erwachsene ihre Rechte erleben und umsetzen sowie Wünsche und Kritik frei äußern können. Ich unterstützen sie dabei, Selbstbewusstsein und die Fähigkeit zur Selbstbestimmung und zur aktiven Teilhabe an Entscheidungsprozessen zu entwickeln.
Reflexion
Ich reflektiere mein Verhalten und bin ansprechbar, wenn andern an meinem Verhalten etwas Unangemessenes auffällt.
aktives Einschreiten
Ich achte auf offene und unterschwellige Formen von Grenzüberschreitungen, vertusche nichts und beziehe gegen sexistisches, diskriminierendes, rassistisches oder gewalttätiges nonverbales oder verbales Verhalten aktiv und offen Stellung.
Ich nehme Personen ernst, die sich über sexualisierte Gewalt mitteilen möchten. In Zweifelsfällen und bei Verdacht auf sexualisierte Gewalt werde ich entsprechend dem Schutzkonzept tätig, lasse mich von Ansprech- und Meldestellen beraten und hole mir die erforderliche Hilfe. Zugleich gehe ich mit Informationen, Beobachtungen und persönlichen Einschätzungen im Zusammenhang mit möglichen Grenzüberschreitungen verantwortungsvoll um und gebe sie nur an die im Schutzkonzept genannten Personen weiter.
Transparenz
Sofern ich Kenntnis davon erhalte, dass es gegen mich Ermittlungen wegen einer Straftat gegen die sexuelle Selbstbestimmung gibt, informiere ich umgehend die für mich zuständige Person.

Verpflichtungserklärung
Vorname + Name: …………………..………………………………………………………………………………………………………..
Anschrift: …..………….………………………………………………………………………………………………………………………….
Geburtsdatum: …..…………………………………………………………………………………………………………………………….
Tätigkeitsbereich(e) in der Pfarrgemeinde: ………..………………………….………….….………………………………….
……………………………………………………………………………….…………………..………………………………………………….….
Mit meiner Unterschrift bestätige ich, dass ich das Schutzkonzept der evangelischen Pfarrgemeinde
Denzlingen-Glottertal-Heuweiler vom 16. Oktober 2025 i.d.F. vom 26. Februar 2026 kenne und
mich daran halte.
Insbesondere unterstütze ich den Verhaltenskodex und möchte mein Möglichstes dazu beitragen,
Grenzverletzungen zu vermeiden bzw. aktiv gegen sie vorzugehen.
Ich versichere, dass ich nicht wegen einer Straftat im Zusammenhang mit sexualisierter Gewalt i.S.v.
§ 5 Abs. 1 Nr. 1 GewSchRL verurteilt bin oder ein solches Verfahren gegen mich anhängig ist. Falls
ich im Laufe meiner Tätigkeit Kenntnis von Ermittlungen wegen einer o.gen. Straftat gegen mich er-
lange, informiere ich hierüber die für mich zuständige Person der Pfarrgemeinde.
Zugleich erkläre ich mich damit einverstanden, dass für den Zeitraum meiner Tätigkeit in der Pfarr-
gemeinde meine Kontaktdaten und die Daten, die zur Umsetzung des Schutzkonzepts erforderlich
sind, gespeichert werden.
…………………………………………………………………………………………………………………………………………………………
Ort / Datum / Unterschrift
  

Inhaltsverzeichnis
A. Leitbild und Selbstverständnis unserer Pfarrgemeinde
    Das sind wir und das wollen wir
Wir haben uns in unserer Pfarrgemeinde mit diesem Schutzkonzept auf den Weg gemacht, um den Auftrag zur Gewaltprävention in Wort und Tat zu verankern. Wir sind uns bewusst, dass dieser Prozess nicht abgeschlossen ist.
Die Kirche soll ein sicherer Entfaltungsraum für Menschen sein. Dabei wollen wir insbesondere Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung unterstützen. Uns ist es wichtig, einen Raum zu schaffen, in dem wir Nähe, Gemeinschaft und Glauben leben und Gottes Segen erfahren können. Wir sind uns bewusst, dass die enge Beziehungsarbeit, die in der Kirche stattfindet, Stärke und Schwäche unserer Arbeit zugleich ist. 
Wir sind davon überzeugt, dass jeder Mensch als Geschöpf und Abbild Gottes eine unantastbare Würde besitzt – unabhängig von Alter, Geschlecht, sexueller Identität, Behinderung oder ethnischer Herkunft. Gremien und Gruppen, Angebote und Einrichtungen unserer Pfarrgemeinde müssen dies widerspiegeln und sich durch eine Kultur des Respekts und der
Wertschätzung auszeichnen.
In unserer Pfarrgemeinde achten wir die persönlichen Grenzen unseres Gegenübers und tragen zu einem verantwortungsvollen und achtsamen Umgang mit Nähe und Distanz bei. Wir reflektieren unsere Arbeit, schulen uns regelmäßig und gehen offen mit unseren Fehlern um. Wir hinterfragen Situationen, bei denen wir das Gefühl haben, dass Grenzen verletzt werden. Wir sprechen solche Situationen an, verharmlosen und übertreiben nicht. Es gibt eine
Meldepflicht, eine klar kommunizierte Meldekette und ein praktikables und transparentes Beschwerdemanagement innerhalb der Gemeinde.
B. Potenzial- und Risikoanalyse
    Dies liegt unserem Schutzkonzept zugrunde
C. Personalauswahl und -entwicklung von haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden
     So stellen wir die Eignung der Mitarbeitenden in unserer Pfarrgemeinde sicher
D. Sensibilisierung
    So sorgen für die Aus- und Fortbildung unserer Mitarbeitenden im Bereich Schutz vor
sexuellem Missbrauch und unterstützen sie in ihrer Arbeit
E. Beschwerdeverfahren
    Fragen und Kritik sind erwünscht
F. Handlungsplan
   Das tun wir, wenn eine Vermutung oder ein Verdacht geäußert wird
G. Aufarbeitung
   So arbeiten wir sexualisierte Gewalt auf
H. Partizipation und Qualitätsmanagement
   So sorgen wir dafür, dass unsere Präventionsmaßnahmen in unserer Pfarrgemeinde
nachhaltig verankert werden
I. Schutzkonzept in der Kooperation
   Wir schauen über den Tellerrand und sind vernetzt
J. Umsetzung und Öffentlichkeitsarbeit
   So machen wir unser Schutzkonzept öffentlich bekannt
K. ANLAGEN
 
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