Glücklicherweise haben wir digitalisierte Informationen über Orgeln in der ev. Kirche St. Georg in Denzlingen.
Einweihung der Tschöckel Orgel am 12.05.1995: Festschrift
Einweihung der Walcker Orgel im Jahr 1933: Zeitungsartikel
Orgeln in der Evangelischen Kirche von 1718 an:
Auszug aus dem Aufsatz von Dieter Ohmberger:
1718/19
Das für uns so wertvolle und schon mehrmals zitierte Visitations-Protokoll von 1718/19 gibt uns auch erste Auskunft in Sachen Orgel. Pfarrer Axt wird gefragt: Ob eyne Orgel darinnen (gemeint ist die obere Kirche) undt wer sie schlage? Nein, antwortet Pfarrer Axt. Das bedeutet, in jenem Jahr gab es demnach keine Orgel in der Georgskirche.
1741
1741 hören wir dann erstmals von einer Orgel: Die auf die neue Orgel verwendeten Unkosten hat man aus bestehender Stiftung der hießigen Kirche, auch in der Gemeindt gesammelte Collecte bestritten, undt hat der hießige H. Pfarrer Wagner die gesamte Rechnung derselben geführt. Wie die hießige neue Orgel fertig und selbige probiert worden, hat man den Orgel Macher nebst seinen Gesellen ein Mahlzeit gegeben, welche dann nebst denen Vorgesetzten undt anderen dabey gewesenen Personen verzehret = 12 Gulden, 14 Kreuzer 45) .
1756
Im Jahr 1756 wird eine neue Orgel mit 11 Registern von Orgelbauer Johann Baptist Hug in Freiburg für 500 Gulden gekauft und installiert. Die alte Orgel von 1741 wird nach Bischoffingen verkauft. Sie war den Denzlingern für die neue, größere Kirche zuklein 46) .
1819
Von einer kuriosen Orgel-Reparatur erfahren wir im Jahr 1819. Die Waldkircher Orgelbauer Ludwig und Mathias Martin mussten die gestohlenen Prospektpfeifen ersetzen 47).
1855
Die nächste Orgel wurde 1855 bei Orgelmacher Johann Merklin in Freiburg gekauft 48) . Über den Standort der neuen Orgel wurde heftig diskutiert. Die Denzlinger wollten die Orgel an ihrem bisherigen Standort, auf der nördliche Empore am östlichen Ende rechts vom Chor, der Kanzel gegenüber haben. Die Bezirks-Bauinspektion bevorzugte den Standort auf der westlichen Empore, über dem Haupteingang. Trotz großer Bemühungen durch Pfarrer Rupp blieb Emmendingen dabei und antwortete zum Schluß: Man könne und wolle nicht von den genehmigten Plänen abweichen 49) . Seit diesem Zeitpunkt stand die Orgel, bis 1985, an diesem Ort.
1867
Am 02.09.1867 schließt die Gemeinde Denzlingen mit dem Orgelbauer Jacob Forell von Freiburg einen Vertrag zur Instandhaltung der Orgel. In den Jahren 1890 war der Orgelbauer Anton Kiene von Waldkirch mit der Wartung und Stimmung der Orgel beauftragt. 1897 wurde ein neues Gebläse eingebaut. 1928 wurde ein Orgelfond gegründet und mit 10.000 Mark ausgestattet.
1885
Am 01.07.1885 wird Hauptlehrer Johann Michael Manger als Organist für ein Jahresgehalt von 154,28 Mark angestellt. Im Jahr 1923, es herrschte Inflation, hatte der Organist das Traumgehalt von 50 Millionen Mark und konnte sich doch kaum etwas dafür kaufen.
1933
1933 ist wieder eine neue Orgel bei der Firma Walcker in Steinsfurt zum Preis von 8.700 Mark gekauft worden, die am 3.Advent 1933 feierlich eingeweiht wurde. Sie stand, wie ihre Vorgängerin, auf der Empore über der westlichen Eingangstür. Diese Orgel tat ihren Dienst bis 1985. Im Frühjahr 1961, beim großen Umbau des Kirchenraumes wurde sie abgebaut und durch die Firma Kemper u. Sohn in Lübeck überholt und modernisiert. Sie stand ab 1961 auf der neuen Empore, über dem westlichen Eingang.
1985
Am 12.05.1985 wurde die heutige Tzschöckel-Orgel, mit einem Festgottesdienst von Oberkirchenrat Karl Theodor Schäfer eingeweiht. Sie steht nicht mehr am Platz ihrer Vorgängerin, sondern in der Nordostecke im Erdgeschoss des Kirchenraumes.
erstellt 2015 Hartmut Nübling
1718/19
Das für uns so wertvolle und schon mehrmals zitierte Visitations-Protokoll von 1718/19 gibt uns auch erste Auskunft in Sachen Orgel. Pfarrer Axt wird gefragt: Ob eyne Orgel darinnen (gemeint ist die obere Kirche) undt wer sie schlage? Nein, antwortet Pfarrer Axt. Das bedeutet, in jenem Jahr gab es demnach keine Orgel in der Georgskirche.
1741
1741 hören wir dann erstmals von einer Orgel: Die auf die neue Orgel verwendeten Unkosten hat man aus bestehender Stiftung der hießigen Kirche, auch in der Gemeindt gesammelte Collecte bestritten, undt hat der hießige H. Pfarrer Wagner die gesamte Rechnung derselben geführt. Wie die hießige neue Orgel fertig und selbige probiert worden, hat man den Orgel Macher nebst seinen Gesellen ein Mahlzeit gegeben, welche dann nebst denen Vorgesetzten undt anderen dabey gewesenen Personen verzehret = 12 Gulden, 14 Kreuzer 45) .
1756
Im Jahr 1756 wird eine neue Orgel mit 11 Registern von Orgelbauer Johann Baptist Hug in Freiburg für 500 Gulden gekauft und installiert. Die alte Orgel von 1741 wird nach Bischoffingen verkauft. Sie war den Denzlingern für die neue, größere Kirche zuklein 46) .
1819
Von einer kuriosen Orgel-Reparatur erfahren wir im Jahr 1819. Die Waldkircher Orgelbauer Ludwig und Mathias Martin mussten die gestohlenen Prospektpfeifen ersetzen 47).
1855
Die nächste Orgel wurde 1855 bei Orgelmacher Johann Merklin in Freiburg gekauft 48) . Über den Standort der neuen Orgel wurde heftig diskutiert. Die Denzlinger wollten die Orgel an ihrem bisherigen Standort, auf der nördliche Empore am östlichen Ende rechts vom Chor, der Kanzel gegenüber haben. Die Bezirks-Bauinspektion bevorzugte den Standort auf der westlichen Empore, über dem Haupteingang. Trotz großer Bemühungen durch Pfarrer Rupp blieb Emmendingen dabei und antwortete zum Schluß: Man könne und wolle nicht von den genehmigten Plänen abweichen 49) . Seit diesem Zeitpunkt stand die Orgel, bis 1985, an diesem Ort.
1867
Am 02.09.1867 schließt die Gemeinde Denzlingen mit dem Orgelbauer Jacob Forell von Freiburg einen Vertrag zur Instandhaltung der Orgel. In den Jahren 1890 war der Orgelbauer Anton Kiene von Waldkirch mit der Wartung und Stimmung der Orgel beauftragt. 1897 wurde ein neues Gebläse eingebaut. 1928 wurde ein Orgelfond gegründet und mit 10.000 Mark ausgestattet.
1885
Am 01.07.1885 wird Hauptlehrer Johann Michael Manger als Organist für ein Jahresgehalt von 154,28 Mark angestellt. Im Jahr 1923, es herrschte Inflation, hatte der Organist das Traumgehalt von 50 Millionen Mark und konnte sich doch kaum etwas dafür kaufen.
1933
1933 ist wieder eine neue Orgel bei der Firma Walcker in Steinsfurt zum Preis von 8.700 Mark gekauft worden, die am 3.Advent 1933 feierlich eingeweiht wurde. Sie stand, wie ihre Vorgängerin, auf der Empore über der westlichen Eingangstür. Diese Orgel tat ihren Dienst bis 1985. Im Frühjahr 1961, beim großen Umbau des Kirchenraumes wurde sie abgebaut und durch die Firma Kemper u. Sohn in Lübeck überholt und modernisiert. Sie stand ab 1961 auf der neuen Empore, über dem westlichen Eingang.
1985
Am 12.05.1985 wurde die heutige Tzschöckel-Orgel, mit einem Festgottesdienst von Oberkirchenrat Karl Theodor Schäfer eingeweiht. Sie steht nicht mehr am Platz ihrer Vorgängerin, sondern in der Nordostecke im Erdgeschoss des Kirchenraumes.
erstellt 2015 Hartmut Nübling
Ansichten der Kirche
vor 1960: alte Empore durchgehend auf der linken Seite
1961 bis 1985: Altarraum, Kruzifix linke. Orgel war auf der Empore
ab 1985: Orgel vorne im Altarraum. Kruzifix hinter der Kanzel.



